Erntedank 2019

Patrozinium 2019

Am Ende eines schönes Fronleichnamsfestes 2019

Pfarrer Karl Enderle lief mit den Kindern über die Teppiche, um die Natur zu feiern.

Fronleichnam 2019

Floriansmesse

Schwäbische Zeitung vom 14.5.2019

Hansjörg Steidle

 

„Wie wehren dem Feuer, wir wehren der Flut, wir helfen dem Nächsten, wo nötig es tut.“ Diese Verse sangen die Feuerwehrmänner und Gottesdienstbesucher bei der Floriansmesse am Samstagabend in der Westerheimer Christkönigskirche als sie das Feuerwehrlied „Dem Höchsten zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“ aus vollen Kehlen sangen. Es war nach 2013 die zweite Floriansmesse in Westerheim, zu der gemeinsam die katholische Kirchengemeinde und die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde einluden. Es war eine ergreifende und feierliche Messe, die Pfarrer Karl Enderle mit Feuerwehrmännern aus der gesamten Region und zahlreichen Besuchern feierte.

Schön geschmückt mit Utensilien und Gerätschaften der Feuerwehr war der Altarraum und auf dem Altar stand eine Figur des Heiligen Florian mit Stab über einem brennenden Haus, die die Westerheimer Wehrmänner aus ihrem Feuerwehrgerätehaus mitgebracht hatten. Sofort ins Auge fiel das Kreuz, das die Floriansjünger aus zwei Leitern mit roten Schläuchen gestaltet haben und das im Chorraum aufgehängt war. Es war schlicht, aber es wirkte imposant und machte deutlich, dass die Wehrmänner ihre Einsätze und ihre Arbeit unter den Schutz des auferstandenen Jesus Christus stellen wollen.

Feierlicher Fahneneinzug

Imposant war auch der feierliche Einzug von drei Feuerwehrabordnungen zum Beginn der Messfeier zusammen mit den Ministranten und Pfarrer Karl Enderle zu klangvoller Orgelmusik von Fritz Kneer. Den kleinen Festzug führte die Abordnung aus Westerheim mit Fahnenträger Georg Tritschler und den Begleitern Vinzens Rehm und Otmar Rehm an. Ihnen folgten die Vertreter der Freiwilligen Feuerwehren aus Donnstetten und Justingen mit ihren großen Fahnen. Aus fast allen umliegenden Gemeinden waren Mitglieder von Feuerwehren gekommen, die größte Anfahrt hatten Floriansjünger aus Nürtingen. Unter den Gästen waren auch Stadtbrandmeister Gerhard Kölle aus Laichingen und Harald Bloching aus Justingen zu finden, der frühere Kreisbrandmeister, der Ende 2015 zum Stuttgarter Innenministerium wechselte.

Mit herzlichen Dankesworten für die Feuerwehrmänner und Feuerwehrfrauen landauf landab für ihren mutigen und meist schwierigen Einsatz rund um die Uhr begann Pfarrer Karl Enderle die sehr gut besuchte Floriansmesse, ehe die Wehrmänner und Wehrfrauen mit der Gemeinde das Florianslied sangen. Mit den Worten „Vorerst so woll'n wir loben, den heiligen Florian. Es ruft wenn Feuer toben, die Christenheit ihn an“ begann das Lied, das der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Westerheim unter der Stadtführung von Elmar Tritschler begleitete. Der Spielmannszug wie auch später die Florenteenis spielten bei der Messfeier auf und verliehen der Feierstunde einen besonderen musikalischen Akzent mit Flötenspiel und Trommelschlag.

In seiner Festpredigt ging Pfarrer Karl Enderle vom Markus-Evangelium (Mk 4,35-41) aus, in der Jesus Christus auf See einen Wirbelsturm bändigt und seinen Jüngern die Angst nehmen kann. Enderle zog Vergleiche zwischen einem Feuerwehrmann am Schlauch und Jesus Christus im Boot und sah zwei Bilder von helfenden und schützenden Menschen und verglich auch die entsprechenden Befehle „Wasser marsch!“ zum Feuer und „Schweig, sei still!“ zum tobenden Sturm. Gottes Sohn sei der Herr über die Elemente Wasser, Erde, Luft und Feuer, legte Enderle dar. Und auch die Feuerwehrleute könnten mit Gottes Beistand diese Elemente beherrschen, wenn auch nur bedingt.

Wer ist Herr über die Elemente?

„Bei der Feuerwehr wird also alles Menschenmögliche dafür getan, um vor dem Feuer zu schützen, das alles bedrohen und vernichten kann“, sagte der Pfarrer. Doch bei dem Wechselspiel zwischen Feuer und Wasser werde schon deutlich, dass kein Mensch Herr über die Elemente sei: „Wir können sie nur bändigen und bedingt dienstbar machen für unsere Zwecke. Das gelingt in den meisten Fällen ganz gut.“ Dazu sei auch eine ausgeklügelte Technik entwickelt, die einer Feuerwehrmannschaft beim Einsatz zur Verfügung stehe. „Bei jedem Ernstfall brauchen die Feuerwehrleute den Beistand Gottes. Menschliche Geistesgegenwart braucht die Geistesgegenwart Gottes“, unterstrich Pfarrer Enderle im weiteren Verlauf seiner Predigt.

Mit Vertrauen auf die Hilfe Gottes könnten die Wehrmänner und Wehrfrauen einen effektiven Löschangriff ausführen. „Bei der Feuerwehr zu sein, bedeutet also klug und sachgerecht umgehen zu können mit der Dosierung der Elemente Wasser gegen Feuer. Die Beherrschung der Technik und die körperliche Fitness sind dafür nötig “, sagt er. Doch dazu brauche es aus christlicher Sicht den Glauben, dass Gott alles in der Hand hat und dass Jesus dies zeige. Dann werde „der Feuerwehrmann zu einem „Handlanger von Jesus Christus“, des Retters, und sich rettend betätigt. Deshalb dürfe die Feuerwehr auf den Beistand von oben vertrauen, dass die Einsätze gelingen.

Bereitschaft, Besonnenheit, Klugheit und Kameradschaft seien in einer Feuerwehr lebenswichtig, um die Einsätze erfolgreich abschließen zu können, betonte Pfarrer Karl Enderle abschließend und lobte das Engagement aller Feuerwehrleute gemäß dem Motto „Gott zur Ehr', dem Nächsten zur Wehr“. Dies kam auch in den Fürbitten zum Ausdruck, als Feuerwehrmänner aus Westerheim ihren Dienst unter das Wirken Gottes stellten und um Beistand bei den Einsätzen baten. Kommandant Andreas Priel und sein Stellvertreter Rainer Straub verwiesen auf das notwendige Miteinander und ein Arbeiten Hand in Hand, damit ein Ausrücken in Notfällen glücke.

Dank vom Kommandanten

Florian Priel ging noch auf das Leben und Wirken des Heiligen Florian mit seinen Legenden ein. Im Anschluss an das Marienlied „Maria breit den Mantel aus“ und vor dem Schlusslied „Kamerad sein in der Feuerwehr“ bedankte sich Kommandant Andreas Priel bei allen Kameraden für ihr Kommen und die Mitfeier der Floriansmesse und sicherte zu, dass alle Wehrleute auch weiterhin zu jeder Tageszeit und das ganze Jahr über bereit seien, Hilfe zu leisten, Feuer zu löschen und Menschen zu retten.

Mit dem Marsch „Jara mladi“ des böhmischen Komponisten Frantisek Kmoch endete die schöne Feierstunde in Christkönig, ehe die Fahnenabordnungen vom Altarraum ins Freie zogen. Dort sollte ein Umtrunk und eine Begegnung der Gottesdienstbesucher mit den Feuerwehrleuten stattfinden, was angesichts des Regens unter das Vordach und die Vorhalle zur Kirche verlegt wurde.

Ostern: Das Fest der Auferstehung

Ostern ist das älteste und höchste Fest im Kirchenjahr. In der Osternacht zwischen Karsamstag und Ostersonntag feiern Christen die Auferstehung Jesu Christi. In unserer Christkönigskirche war der Altar und die Marienstatue zu diesem Anlass wieder wunderschön geschmückt.